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... Notizen zum Thema Klima und Umwelt:

Der vom Menschen verursachte Ausstoß am globalen CO2-Haushalt beträgt lediglich 3 Prozent.

97 Prozent stammen aus natürlichen Quellen: durch Ausgasung der Meere 44 % - durch Atmung von Bodenorganismen 29 % - und durch Ausgasung der Landlebewesen 24 %. (Quelle: BMU, zitiert >
hier)

Würde es der Menscheit tatsächlich gelingen, den industriellen CO2 Ausstoß um etwa ein Drittel zu reduziern, also von 3 Prozent auf 2 Prozent zu mindern, wird diese Anstrengung am Weltklima so gut wie nichts ändern. Die wirtschaftliche Aktivität des Menschen in bezug auf CO2 macht zwei bis maximal vier zusätzliche CO2-Moleküle auf ca. 300’000 Luftmoleküle aus. Was sollen die bewirken, selbst wenn es einen Treibhauseffekt gäbe? - Wenn allein
Deutschland seinen CO2-Ausstoß um 80 oder sogar 100 Prozent reduziert, dann helfen wir - mal vorausgesetzt, alle Zahlen und Hochrechnungen des Weltklimarates IPCC sind richtig - dass sich die Erde um gerade absolut lächerliche 0,0072 Grad weniger erwärmt. ( > Quelle) - weitere Daten > hier, > hier und > hier.

Wissenschaftler haben in einem einzigartigen Projekt die Klimageschichte der vergangenen 2500 Jahre erforscht - und bieten überraschende Einblicke in die Kulturgeschichte Deutschlands und Europas. Warum überlebten Hannibals Elefanten in den Alpen, wie gelang der Bau der Regensburger Donaubrücke? Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

- Historische Epochen fügen sich in Klimazyklen: Blütezeiten des Römischen Reiches und des Deutschen Reiches fielen in Warmzeiten; schlechte Zeiten wie Völkerwanderungen, Pest und Dreißigjähriger Krieg ereigneten sich in Zeiten rauen Klimas.

- Mitteleuropa erlebte in der Römerzeit und im Hochmittelalter ähnliche Warmzeiten wie heute. Der Sommer 2003 jedoch ragt heraus: Er war zumindest im Alpenraum der wärmste Sommer der letzten 2500 Jahre.

- Die Regenmenge in Mitteleuropa schwankte im Altertum und Mittelalter deutlich stärker von Jahr zu Jahr als in der Neuzeit, zudem gab es stärkere Extreme.

Wetterdaten erklären Geheimnisse der Geschichte / 2500 Years of European Climate Variability and Human Susceptibility


Etwa alle 100.000 Jahre erwärmt sich die Erdoberfläche rasant um mehrere Grad Celsius, um dann nach einigen tausend Jahren wieder rapide abzukühlen. Astronomen erklären diesen Rhytmus mit langfristigen Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne.


Focus 48/10: Prima Klima


Das Temperaturmaximum vor 56 Mio. Jahren erhöhte die Artenvielfalt, die Bildung der Anden tat es auch. Hitze bringt keine Dürre, sondern mehr Niederschläge, durch die die Pflanzen den Nährstoff CO2 besser verwerten konnten. (…) "Es ist schon bemerkenswert, wie viel Treibhaussorgen man sich um die tropischen Wälder macht", wundert sich Klaus Winter vom Smithsonian Tropical Research Institute (Balboa, Panama), dessen Mitarbeiter Pflanzen und Pollen analysiert haben, die vor 56 Millionen Jahren in Sedimente in Kolumbien eingelagert wurden. Damals herrschte das Paläozen-/Eozän-Temperaturmaximum, es war global um drei bis fünf Grad wärmer als heute, die CO2-Gehalte waren 2,5-mal so hoch, der Klimawandel war sehr rasch gekommen und hielt lange an, über 200.000 Jahre. Aber die Vegetation litt nicht, im Gegenteil: "Zumindest in der von uns untersuchten Region gab es einen raschen und deutlichen Anstieg der Vielfalt der Pflanzen, vor allem der blühenden, früchtetragenden." (Science, 330, 957).

Jürgen Langenbach: Eine globale Erwärmung ließ Amazonien blühen.


Wo heute nur Sand zu sehen ist, floss vor wenigen tausend Jahren ein mächtiger Strom durch die Sahara. Der Wadi Howar zog sich 1100 Kilometer lang durch den jetzigen Sudan, gesäumt von Seen und Sumpfgebieten. Nilpferde und Krokodile badeten dort, Nashörner und Giraffen streiften durch die schier endlose Grassteppe ringsumher. Auch Menschen siedelten in dem einstigen grünen Paradies, und sie errichtteten um 1000 vor Christus am Flussufer eine monumentale Festung, deren Mauerwerk 500 m lang und fünf Meter breit war. Doch dann kam die Klimakatastrophe. Die Temperaturen sanken, die feuchten Sommermonsune wurden schwächer, und der fruchtbare Norden Afrikas trocknete aus ...

Focus 48/10: Prima Klima


Ein Blick auf den Temperaturverlauf der letzten hundert Jahre zeigt bis etwa 1940 einen ähnlich raschen Anstieg wie heute
, obwohl die Treibhausgase dabei noch keine grosse Rolle gespielt haben können. Danach kühlte es ab (es wurde deshalb eine neue Eiszeit befürchtet). Seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nimmt die Temperatur um knapp 0,2 Grad pro Jahrzehnt zu. Der beobachtete globale Erwärmungstrend der letzten Dekaden verläuft bis dato ziemlich gleichmässig und linear. Er bewegt sich damit seit drei Jahrzehnten im unteren Bereich der von Klimamodellen für die Zukunft prognostizierten Werte.

> Quelle


In England und Norddeutschland wurde um das Jahr 1000 Wein angebaut und die Wikinger besiedelten Grönland um dort Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Schon 300 Jahre später endete die mittelalterliche Warmzeit und um 1500 wurden die letzten nordischen Siedlungen wieder geräumt. Im mehr als 2.000 Meter dicken Grönlandeis wurden DNA-Spuren von Pinien, Eiben und Erlen sowie von Schmetterlingen und anderen Insekten gefunden, die ein Alter zwischen 450.000 und 800.000 Jahren aufzuweisen scheinen.

(Wikipedia)


Im jüngsten Abschnitt der Erdgeschichte - dem heutigen
Holozän- hat unsere heutige Zwischenwarmzeit vor etwa 8000 bis 4000 Jahren ihren Höhepunkt überschritten, so daß vom Prinzip her eine langsame Entwicklung zur nächsten Kaltzeit vermutet werden kann. Allerdings ist diese Bewegung so langsam, dass die Temperatur über eine Zeit von tausend Jahren nur rund 0,1 °C abnimmt. Diese geringe Veränderung wird jedoch von so vielen anderen Einflüssen auf das Klima überdeckt, dass sie praktisch nur noch über einen sehr langen Zeitraum im Mittel erkannt werden kann. Vor etwa 2000 Jahren gab es in der Zeit zwischen etwa 100 v. Chr. und 500 n. Chr. das klimatische "Optimum der Römerzeit". Als diese Klimaepoche langsam zu Ende ging und sich das Klima verschlechterte („Pessimum der Völkerwanderungszeit“), kam die Zeit der großen Völkerwanderungen (etwa um 370 bis 570 n. Chr.) Nach dieser relativ „schlechten“ Zeit für die Menschheit entwickelte sich wieder eine wärmere Epoche. Ab etwa 800 n. Chr. folgte das Mittelalterliche Optimum. Anfangs hielt sich der Niederschlag noch in Grenzen, was sich gegen Ende dieser Phase änderte, als die Niederschlagsraten stark anstiegen. Aus dieser Zeit stammen viele deutsche Ortsnamen, die auf Weinanbau hinweisen, obwohl dort heute der Weinanbau lange nicht mehr möglich ist. In dieser Zeit war es etwa 0,5 °C wärmer als heute.

Quelle: > Wikipedia


In den Geröllhalden der schmelzenden Gletscher finden sich Zeugnisse früherer Vegetationen und Zivilisationen, weil es in den Alpen der vergangenen 10 000 Jahre bereits acht solcher Rückzugsphasen gab (...) Und bitte verraten Sie niemandem, dass die ansteigenden Temperaturkurven – ein praktischer statistischer Trick – just am Ende der letzten „kleinen Eiszeit“ von 1400 bis 1800 beginnen. Damals waren zwei Drittel des Nordmeeres von Packeis bedeckt, der Fischfang kam zum Erliegen, Missernten mit Hungersnöten suchten immer wieder das europäische Festland heim. Wenn die Deutschen erführen, dass die natürliche Erwärmung geradezu eine Voraussetzung für ihren Wohlstand war, sie würden weiter Autos erfinden, bauen, verkaufen, fahren, glücklich sein und reich bleiben. Wie furchtbar.

Wolfram Weimer


Die Erdatmosphäre erwärmt sich immer weiter, der Ausstoß von Treibhausgasen steigt und steigt. Das ist die Bilanz eines jährlichen Klimaberichts, der jetzt vom National Climatic Data Center (NCDC) der USA vorgestellt wurde. Seit mehr als 25 Jahren liege die globale Temperatur jeden Monat über dem jeweils gemessenen Durchschnittswert im 20. Jahrhundert (-> Quelle)


Das Erdklima wird stärker als angenommen durch den weltweiten Wasserverbrauch belastet. Erstmals haben Forscher den sich daraus ergebenen Energieverbrauch gemessen: Allein die Wassernutzung in den USA verursacht fünf Prozent der Treibhausgas-Emissionen. (-> Quelle)



Die durchschnittliche radioaktive Belastung eines Mitteleuropäers beträgt etwa 4 Millisievert (mSvt) oder 4000 Mikrosievert (µSv) pro Jahr. Davon entfällt etwa die Hälfte auf die natürliche Hintergrundstrahlung und die andere Hälfte auf medizinische Untersuchungen wie das Röntgen. Dieser Mittelwert weicht allerdings stark vom jeweiligen Einzelfall ab. So beträgt die ionisierende Strahlung durch eine einzige computertomografische Brustkorbuntersuchung bereits 20 Millisievert, also das 5-fache der jährlichen Normalbelastung. In den Vereinigten Staaten werden jedes Jahr 70 Millionen Computertomografien gemacht, und man schätzt dass davon 29.000 Menschen an Krebs erkranken. (
Das Sievert - Sv - ist die Maßeinheit für gewichtete Strahlendosen. Sie dient zur Bestimmung der Strahlenbelastung biologischer Organismen. Siehe dazu auch diese grafische Darstellung und den Wikipediaeintrag über Radioaktivität )

Für die Arbeiter in den verstrahlten Reaktoren in Fukushima wurde die zulässige Jahresdosis auf 250 mSvt heraufgestuft. Ab einer Strahlendosis von etwa 500 Millisievert setzt bei Betroffenen ein sogenannter "leichter Strahlenkater" mit Kopfschmerzen, Schnupfen und erhöhtem Infektionsrisiko ein. Der lebensbedrohliche Wert liegt bei 2000 mSvt. Nach den Angaben der japanischen Behörden haben von den etwa 300 Beschäftigten, die in Fukushima-Daiichi für die Aufräumungsarbeiten eingesetzt wurden, 28 eine Dosis von über 100 Millisievert erhalten.

Die "Liquidatoren" in Tschernobyl waren hingegen einer Strahlung von 6.000 bis 10.000 Millisievert ausgesetzt. Laut WHO und IAEA (2006) starben an den Folgen der ukrainischen Reaktorkatastrophe etwa 50 Menschen durch eine Strahlenerkrankung. Zudem rechnet man in den drei von der Katastrophe am stärksten betroffenen Ländern mit etwa 4.000 bis 9.000 zusätzlichen tödlichen Krebs- und Leukämieerkrankungen. Diese relativ geringen Zahlen sind allerdings heftig umstritten
.

(zusammengestellt von mir, KD - Angaben zu weitere Meßgrößen siehe -> hier)


"Wer sich die Entwicklungen genau anschaut, der stellt fest: Die Kernkraft hat in Demokratien und Marktwirtschaften keine Zukunft, sie ist die Energieform der totalitären Staaten.” behauptet die Süddeutsche Zeitung. Und hier hat sich das mal jemand empirisch angesehen. Das Ergebnis entbehrt nicht einer gewissen Komik, wie die Süddeutsche selbst ja auch. Der Unterhaltungswert der Fukushima-Berichterstattung steigt ohnehin weiter an. Beispiele dafür nochmal auf dem Blog von Georg Hoffmann.

Dirk Maxeiner


Ich war am Montag auf einer Informationsveranstaltung zum Thema Fukushima und die Folgen in der Escuela Tecnica Superio de Ingenieria in Sevilla. Dort meinte der mitdiskutierende Manuel Lozano Leyva, dass, nimmt man die bislang bekannte Strahlenbelastung der TEPCO Ingenieure (i.e. die totgeweihten Kamikaze-Japse nach Spiegel Online) und benutzt man die (allerdings umstrittene) Extrapolation der Strahlungsfolgen, die nach Hiroshima und Nagasaki aufgetreten sind, so könnte es in den nächsten 20 Jahren unter den Betroffenen in Fukushima zu etwa 3-4 Toten aufgrund von unterschiedlichen von ionisierender Strahlung hervorgerufenen Krebsarten kommen. Immer vorausgesetzt, dass der jeweilige Krebs nicht behandelbar wäre bzw. nicht erkannt würde. Letzteres ist gerade bei den zu erwartenden permanenten Vorsorgeuntersuchungen für die Fukushima Arbeiter eher unwahrscheinlich.

Georg Hoffmann: Was Sie schon immer zu Fukushima wissen wollten und sich nicht zu fragen trauten


Brechende Staudämme haben bisher weitaus mehr Menschen getötet als alle Atomkatastrophen. 1979, im Jahr der Kernschmelze von Harrisburg, bei der niemand zu Tode kam, brach der Machhu-Staudamm in Indien und überflutete die Stadt Morvi. Die Zahl der Ertrunkenen wird mit über 1000 angegeben. Dennoch ist Morvi vergessen und Harrisburg prägte sich ins Gedächtnis ein. Der Ruf der Wasserkraft blieb tadellos, obwohl es auch in jüngster Vergangenheit in Pakistan, Indonesien und anderswo zu verheerenden Dammbrüchen kam. Es gibt keine hundertprozentig sichere Energie, nur verschiedene Grade von Unsicherheit. Der Ausstieg aus der Kernenergie wird uns kein risikofreies Energieparadies bescheren.

Michael Miersch: Und nach dem Nein ?


Wenn sich alle einig sind, ist es Zeit, misstrauisch zu werden. Wenn Widerspruch verboten scheint, ist er um so wichtiger. In der Diskussion um den Atomausstieg ist ein Meinungsklima entstanden, das alles, was nicht reine Zustimmung ist, unter Verdacht stellt. Wer jetzt noch sagt, er halte die Atomenergie für eine ganz vernünftige Technologie, der wird angeschaut, als habe er gerade gesagt: „Schlesien bleibt unser!“ Wer auch nur skeptische Fragen stellt, wie die bejubelte „Energiewende“ denn bezahlt werden soll, ob das alles gut durchdacht und solide geplant ist, steht als Ewiggestriger da, dem man nicht ganz über den Weg trauen kann. Wer sich mehr Zeit für den Atomausstieg oder auch nur mehr Zeit für die eigene Meinungsbildung gewünscht hätte, hat den über Nacht zusammengeschusterten nationalen Konsens schon verlassen. Wer gerade noch in der politischen Mitte stand, steht plötzlich am Rand.

Markus Günther


Ich glaube, dass irgendwann der Strom für Europa aus großen Solarfarmen in Nordafrika kommen kann. Aber das ist Zukunftsmusik. Als ich mich intensiver mit der Atomkraft beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass viele Umweltaktivisten die Gefahren überschätzen. Kernfusion wäre noch besser als Kernspaltung, aber aktuell müssen wir mit den vorhandenen Technologien arbeiten. AKW sind weit verbreitet, ihre Technik verbessert sich jedes Jahr. Ich glaube auch nicht an autoritäre Politik. Aber wir müssen uns bewusst machen, dass langfristige Lösungen oftmals inkompatibel mit unserem wirtschaftlichen und politischen System sind.

Stewart Brand: "Betrachten Sie die Welt mit Narrenaugen und Sie sehen mehr"


Was bedeutet der Atom-Ausstieg für die deutschen Klimaziele? - ML:Es besteht die Gefahr, dass wir unser Ziel von 40 Prozent Reduktion der Treibhausgase gegenüber 1990 nicht schaffen. Das ist eigentlich machbar, und wir sind mit gut 25 Prozent schon weit gekommen. Doch das Ziel ist schwerer erreichbar durch die Art des nicht kontinuierlichen Atomausstiegs, wie er jetzt dasteht. - Wie sehr bekämpft die Staatengemeinschaft noch den Klimawandel? - ML: Wir sind auf einem absoluten Tiefpunkt. Eigentlich waren wir auf Uno-Ebene Anfang der 90er-Jahre schon weiter. Heute ergeht man sich nur noch in Wortakrobatik. Heiligendamm, Kopenhagen oder Cancún haben uns alle nicht weitergebracht

"Stern"-Interview mit dem Klimaforscher Mojib Latif


"Großformatige Bilder des Deutschen Atomforums e.V zeigen AKW-Kuppeln, die von Windrädern oder Photovoltaik-Anlagen flankiert werden, inmitten blühender Landschaften. Im Kleingedruckten behaupten die Anzeigen, dass "die 17 deutschen Kernkraftwerke pro Jahr bis zu 150 Millionen Tonnen CO2 vermeiden" und somit "ideale Partner einer klimafreundlichen Stromversorgung sind." (…) Die Stromkonzerne selber betreiben längst riesige Windparks und Solarinstallationen. Und zwar risikolos. Dass so gut wie nichts an verwertbarer Energie dabei herauskommt, kann ihnen egal sein. Die Zeche zahlt immer der Verbraucher. (…) Dass ein Experte wie [Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, einst SPD-Umweltsenator im Hamburg, heute Lobbyist des Energieriesen RWE] ernstlich annimmt, Solarstrompanels (deren Subventionen neuerdings sogar die Grünen deckeln wollen), könnten in einem Land wie Deutschland mehr bewirken als ihre Her- und Aufsteller zu bereichern. Oder dass der Windkraft-"Technologie" - eine Uralt-Technik, die im Prinzip wie ein monströs vergrößerter Fahrraddynamo funktioniert - irgendeine Zukunft winkt. Und an den Segen von Biosgasanlagen, die gerade medienübergreifend als Umweltirrsinn entlarvt werden, glaubt ein Energiefuchs wie er wohl nicht mal im Vollrausch .Als ehemaliger Umweltminister weiß Vahrenholt natürlich, dass man mit viel Geld und politischen Flausen im Kopf jedes falsche Konzept durchpauken, sogar auf Jahrzehnte zementieren kann. Er kennt ja die Causa „Grüner Punkt“. Die deutsche Mülltrennung ist als Kombination von guten Absichten und schlimmen Ergebnissen inzwischen weltberüchtigt, läuft aber als Großindustrie munter weiter. Too big to fail, nennt man das. Genau so möchten die Erneuerbaren auch werden.

Wolfgang Röhl: Klimaschützer unter sich. Beim großen Abzocken


Fest steht, mit der bisherigen Strategie, die in den siebziger und achtziger Jahren gebauten Kernkraftwerke (der ersten und zweiten Generation) durch Nachrüstungen Schritt für Schritt zu ertüchtigen und "sicherer" zu machen, hat man zum einen deren grundsätzliches Sicherheitskonzept nicht ändern können, so wie man auch einen VW-Käfer durch den Einbau eines Überrollbügels nicht auf das Sicherheitsniveau heutiger Automobile hieven kann. Zum anderen wurde wegen des Herumdokterns an den Altreaktoren versäumt, sich stärker den "innovativen Kerntechniken" zuzuwenden. So können die Kernkraftwerke der vierten Generation (Gen. IV) naturwissenschaftliche Prinzipien nutzen, die bei Störfällen ohne Zufuhr von Fremdenergie etwa die Sicherheitssysteme zum Abführen der Nachzerfallswärme funktionieren ließen. In diesem Zusammenhang muss der in Deutschland entwickelte Hochtemperatur-Kugelhaufenreaktor genannt werden, der aufgrund seiner inhärenten Sicherheitseigenschaften auch als Wärmequelle für Fernwärmesysteme geeignet ist. An dieser inhärent sicheren Technik wird weiter gearbeitet. Nicht in Deutschland, sondern in Nordamerika, China und Japan. Auch mit dem Europäischen Druckwasserreaktor EPR sollen mögliche Katastrophen beherrschbar werden. Die Reaktorkuppel besteht aus zwei je 1,3 Meter dicken Betonhüllen. Die innere Schicht soll verhindern, dass radioaktive Gase nach außen dringen. Die äußere Schicht schützt den Reaktorkern vor Flugzeugabstürzen und Druckwellen. Alle wichtigen Systeme sind vierfach redundant vorhanden - dazu zählen etwa Kühlung, Leittechnik sowie die Elektrik. Sollte es trotz aller Vorkehrungen zu einer Kernschmelze kommen, sammelt sich die Uranlava in einer speziellen Reaktorgrube und strömt von da in einen 170 Quadratmeter großen "Core Catcher" aus hitzebeständiger Keramik. Dort wird die Schmelze geflutet und gekühlt.

FAZ: Europa ohne Atomkraft


In den Vereinigten Staaten haben wir Atommüll aus dem Militärprogramm in riesigen Salzstollen in New Mexico deponiert. Sie dringen eine halbe Meile in die Erde hinein, und mit dem Zeug, das in die Löcher versenkt wurde, ist alles in Ordnung.
Die Salzstollen gibt es seit 250 Millionen Jahren, in ihnen ist der Atommüll gut aufgehoben. (...) Wir müssen uns auch überlegen, welche Art von menschlichen Wesen es schon in zweihundert Jahren geben kann. Wir neigen eben dazu, uns vorzustellen, dass die künftige Spezies uns gleicht, dass ihre Zivilisation genau wie unsere ist - was sogar im entferntesten Fall nicht eintreten wird. Unsere Nachfahren könnten wieder ins Steinzeitalter zurückgekehrt sein und sich über Radioaktivität nicht die geringsten Sorgen machen. Oder sie könnten bedeutende Fortschritte gemacht und Bakterien gezüchtet haben, mit denen es gelingt, Radioaktivität abzubauen.

Stewart Brand "Ihr Deutschen steht allein da"


Geradezu absurd und in der Durchschaubarkeit eine regelrechte Verhöhnung der Öffentlichkeit ist die Tatsache, dass eine „Ethikkommission“ über Laufzeiten und Reaktorsicherheit befindet und dann ernsthaft als Entscheidungsfundament der Politik herangezogen wird. Eine dreistere Verdummung hat es lange nicht gegeben! Was bitte schön, qualifiziert denn eine Ethikkommission zu Risikoabwägung und Laufzeitenabschätzung? Wird sie demnächst auch über technische Risiken der Kohlendioxid-Verpressung befinden, die Sinnhaftigkeit neuer Raumfahrt-Missionen begutachten oder dem Novartis-Konzern neue Wege in der Polymerforschung anempfehlen? Ebensogut hätte man die vatikanische Glaubenskongregation um ein Votum bitten können.

Ralf Schuler: Merkels Stimmungspolitik – eine intellektuelle Beleidigung